15. Januar 2010

Erdbeben Haiti - Nährboden für Spendenbetrüger

Haiti erlebte das schwerste Beben seit 1770. Doch der große Unterschied zur damaligen Zeit: die Bevölkerungsdichte.

Heute hat das ärmste Land der Karibik eine Bevölkerung von knapp 10 Millionen Menschen. Durch das Beben wurden mehr als 30% der Bevölkerung, teilweise unvorstellbar schwer, getroffen. Bilder gehen um die Welt. Kriege und Sensationen sind immer gut für Einschaltquoten. Leider, muss man sarkastisch sagen. Zu gerne setzen sich die Menschen in ihren bequemen Fernsehsessel und zappen gelangweilt von einem Kanal zum anderen. Da kommt doch eine solche Katastrophe gerade recht. Chips und eine Flasche Wein, das Unterhaltungsprogramm beginnt.

Das Beste an der Sensation: wenn es wieder langweilig wird kann man ja klicken und sich eine lustige Comedyshow ansehen. Doch nicht alle Menschen sind so. Da gibt es Menschen, die reagieren sehr sensibel. Sie sind von der Katastrophen so geschockt, dass sie paralysiert sind und sich nur vom Grauen abwenden wollen. Nicht jeder kann mit solchen tragischen Geschehnissen umgehen.
Man kann diesen Menschen keinen Vorwurf machen, aber man kann sie dezent darauf aufmerksam machen, dass auch sie was tun können. Nämlich helfen. Denn da gibt es dann noch andere Menschen. Macher. Sie sehen nicht Unterhaltung in der Tragödie, sie sehen nicht weg. Sie sehen zu, dass etwas passiert und getan wird.

Viele dieser Menschen sind schon vor solchen Ereignissen organisiert. Sie haben es als Hobby, als Leidenschaft. Einfach ein innerer Trieb und ein Bedürfnis: dort zu helfen, wo es notwendig ist. Natürlich gibt es Hunger und Elend weltweit.
Nur Schön für die, die ihre Abwechslung wollen und wieder im Programm zappen.

Doch zweifellos ist Haiti nicht nur schon immer eines der ärmsten Länder der Welt gewesen, nach dem Beben kann man wohl sagen: Nun ist man am Ende der Tabelle angelangt. Ganz unten.
Jedoch ist es dem Menschen eigen, sich aufzurichten. Was auch passiert, man kann nicht am Boden liegen und sich dem Schicksal ergeben.
Man steht auf, man kämpft und setzt sich durch. Und wer allein nicht mehr auf die Beine kommt, dem muss man helfen. Humanität nennt man das. Die haitianische Bevölkerung hat sich bisher sehr gut verhalten. Statt Plünderungen versucht man, sich gegenseitig zu helfen.
Manche kommen aber nicht mehr hoch. Sie brauchen eine Hand, die sich ihnen entgegenstreckt und sie aufrichtet.
Doch wie kann man helfen? Allzu oft machen sich die Spender keine Gedanken darüber, was wirklich gebraucht wird! Man will helfen und aus Unerfahrenheit spendet man Dinge, die momentan nicht gebraucht werden. Süssigkeiten und Plüschtiere, Kleidung und Schuhe sind sicher immer willkommen.

Doch hilft man damit in Haiti? Nein, nicht jetzt. Denn der Schaden ist grösser als man es sich vorstellen kann. Schön, wenn man ein Hemdchen überziehen kann, wenn man Schuhe hat. Momentan haben diese Menschen aber nichts! Was bedeutet: Sie brauchen in erster Linie Nahrung, Wasser, Medikamente. Die vielen Verletzten, sie brauchen Verbandsmaterial, Blutkonserven.

bebenopfer

Das ist es, was benötigt wird! Mit anderen Worten: jeder einzelne Helfer, der hier etwas spenden möchte, der seinen Teil an Menschlichkeit beitragen will, der sollte sich zusammenschließen oder anschließen an eine größere Organisation.

Das Rote Kreuz, die Welthungerhilfe, es gibt viele große Organisationen die nun mit den Hilfsmassnahmen begonnen haben. Notoperationen, Bergungsarbeiten, Aufbau einer Infrastruktur.   Auch hier, in der Dominikanischen Republik gibt es viele kleinere Hilfsgruppierungen. Sie haben sich zusammengeschlossen, denn gemeinsam ist man stark:

Felipe Orozco  -  Comunidad Cosecha
cosecotui@hotmail.com oder  comunidadcosecha@gmail.com
Telf. 809-585-3977 Cel. 809-464-4516

Cosecha schrieb übrigens über 20 Hilfsvereine an! Und da stand auch in der Mail: “SE RUEGA NO TRAER ROPA“. Das heißt klar und deutlich KEINE KLEIDER! Darum, wer helfen möchte, der kann dies sicher am effektivsten, wenn er seinen Obulus entrichtet an eine Organisation die bereits aktiv ist und weiss, was sie tut.

Eine weitere Adresse für die Haitihilfe: www.swissdom.cc/forum/haiti/ayuda-Haiti.jpg Wenn jeder auch nur 1 Euro spenden würde! Es würde nicht nur 1 Euro sein, sondern am Ende kommen Millionen zusammen!   Abgesehen von denen, die Sensationen suchen, denen, die sich ohnmächtig abwenden und denen, die helfen (mit Sach- oder Geldspenden, oder gar aktiv), es gibt da noch eine Gruppe von Menschen.

Das sind die, die sich wie Parasiten an solchen Katastrophen auch noch profilieren wollen. Und ganz übel: bereichern!

Kaum kam der erste Spendenaufruf, kamen auch schon die Aufrufe von denen, die ihre eigenen Interessen verfolgen. Und das ist nicht unbedingt das, was man nach aussen hin vorgibt> Haitihilfe!
Nobel könnte man sagen: Selbsthilfe. Krass ausgedrückt: ... finden sich eigentlich gar keine Worte für ein solch unmenschliches, solch Ekel erregendes Verhalten. Man kann es nicht in Worte fassen! Spendenbetrüger!

Und das Übelste daran ist, dass nun Warnungen kommen! Achten Sie darauf, wo sie spenden! An wen sie Geld senden oder Sachspenden!
Was passiert? Viele werden geängstigt und anstelle sich dann um richtige Hilfsadressen zu suchen lassen sie es ganz bleiben.

Solche Abzocker, solche Spendenbetrüger, sie treten ganz harmlos auf  > ZITAT: "Wenn sie nach Bavaro / Punta Cana reisen".... unsere Mitarbeiter verteilen sie in Haiti!!!
So fordert man Urlauber auf, doch Hygieneartikel und Kleidung und Schuhe zu bringen!
Ich verweise auf den Text oben! Das sind Dinge, die erstmal nicht gebraucht werden!!! Und dann fragt man sich natürlich: Was bezweckt man da?


Mal abgesehen davon, dass da ein offiziell eingetragener Deutscher Hilfsverein mit geklautem Spruch einer anderen Hilfsorganisation auftritt.
Jeder, der nur ein wenig nachdenkt, der sollte merken: Es geht nicht! Man kann nicht mal so eben nach Haiti fahren, schon gar nicht in die Hauptstadt!

Selbst erfahrene Hilfsorganisationen haben kaum ein Durchkommen! Die Strassen sind voller Menschen. Obdachlose, Verletzte und Tote! Da fährt man dann mal so eben entlang und verteilt Schuhe?

Haben SIE schon einmal gesehen, was passiert, wenn ein Fahrzeug mit Hilfsgütern OHNE Militärschutz in ein Krisengebiet fährt? Es ist geplündert bevor es auch nur im Krisengebiet ankommt!

Aber liest sich gut...unsere Mitarbeiter verteilen... Ich möchte Sie bitten: Spenden SIE! Helfen SIE. Und nutzen sie dafür obige Links oder Hinweise. Irgendwelche kleinen Helferlein, welche Ihnen nicht sagen können wie sie ihre angekündigten Taten in die Realität umsetzen wollen: Finger weg! Und wenn man dann noch ein wenig googelt, dann finden die erfahrenen Internetbenutzer mehr! Mitglieder in einem e.V.! Verurteilt wegen Ladendiebstahl. Gab es etwa zu wenig Spenden, dass man sich nun selbst versorgen musste?

Traurig, dass man solchen Menschen nicht den Garaus macht in Deutschland. Sie sammelten für Kinder die dringend eine Operation benötigten; das Kind wurde operiert! Doch kam weder beim Arzt noch in der Klinik Geld an für diese Operation!

Diese Organisation sammelt für Kinder mit Lernschwäche im Alter von 2,5 Jahren! (ich möchte mal sehen was Sie schon so alles konnten in diesem zarten Alter! Da war man froh, wenn die Hose sauber blieb!)

Und nun unterstützt selbiger Verein Haiti. Passen Sie auf. Helfen Sie, aber glauben sie nicht alles. Vertrauen sie denen, die Erfahrung haben und nicht nur reden! Direkt aus der Dominikanischen Republik für Sie - Achim Finkelde